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Poller Wiesen Crit 2025

Poller Wiesen Crit 2025

Ich fordere meine Simson zur letzten Sommerfahrt des Jahres heraus. Auf nach Poll! Schäl Sick. Poller Wiesen Crit.

Auf dem Weg lasse ich die – zugegebenermaßen wenigen – Renntage, die ich in dieser Saison miterlebt habe, Revue passieren. Irgendwie ist es schon krass, was sich so alles bei uns getan hat. Dazu aber später mehr.

Ich stelle das Moped ab und hole mir noch einen Cappuccino am Coffee-Bike. Die ersten bekannten Gesichter grinsen mich an. Sebastian bekommt noch zwei Gels zugesteckt, die ich ihm versprochen habe. Irgendwie liegt eine gewisse Leichtigkeit in der Luft. Für viele Fahrer:innen beginnt nach dem Rennen wahrscheinlich eine kurze Off-Season. Da liegt es nahe, dass alle noch einmal Lust haben. Das Wetter hält entgegen allen Erwartungen. Danke, Petrus!

Ich verfolge gespannt die letzten Runden des Hobbyrennens der Frauen. Schön, dass hier jede:r auf seine Kosten kommen kann. Vom Goldkettchen um den Hals bis zu den ersten Rundstreckenerfahrungen auf dem Kleinanzeigen-Bock ist hier alles zu finden.

Das Amateurrennen startet um 14 Uhr mit 14 Startern aus unserem Verein. Aufgrund der langgezogenen Start-Ziel-Geraden zieht sich das Feld schnell wie eine Perlenschnur. Der Seitenwind tut sein Übriges. Es ist ganz gut, wenn man die Engstelle mit dem Kran vor Augen hat.

In den ersten Runden ist nicht viel Bewegung im Rennen, sodass ich die Gelegenheit nutze, um bei den Scudi-Kids ein Stück Kuchen abzustauben. Der kleine Elektro-Skoda fegt um die Kurve. Maurice und Tim haben den Sprung in die Spitzengruppe geschafft. Dahinter hängen die anderen im Feld und kontrollieren das Geschehen zu unserem Vorteil. 
Die Gruppe steht und hält. Von Runde zu Runde steigt die Anspannung, ob einer der beiden das Rennen für sich entscheidet.

Die Rundenanzeige zählt runter. Alle, die es mit dem DSD halten, orientieren sich langsam in Richtung Ziellinie. Letzte Runde. Boris Fastring (der Nachname passt im Kontext Rundstrecke halt echt wie die Faust aufs Auge) gibt den vier verbliebenen Jungs vorne das Kommando fürs Finale. Jetzt heißt es Daumen drücken.
Der Moment der Wahrheit. Maurice schießt als Erster um die Kurve und gewinnt mit drei Radlängen Vorsprung. Tim wird um einen Wimpernschlag Vierter. DSD-Ekstase!

Obwohl es zwischendurch und am Ende nochmal knallt, kommen alle von uns sturzfrei ins Ziel. Ein krönender Abschluss der Saison! Ich schnappe mir mein Moped und lasse die letzten Wochen und Monate vor meinem inneren Auge Revue passieren. Es ist echt krass, wie wir uns aus einem Haufen Radbegeisterter im Verein entwickelt haben. In vielen Bereichen ist sicher noch Luft nach oben, und es gibt immer Dinge, die besser sein könnten. Für mich ist abseits von den persönlichen Leistungen das Wichtigste, zu sehen, wie der Zusammenhalt und die Freundschaften über das Jahr gewachsen sind. 
Ein Verein, der eben „Racingteam“ und „Dasimmerdabei“ ist.
Für die kommende Saison wünsche ich mir, dass wir uns diesen Spirit bewahren.

Infine, un ringraziamento alla Scuderia

Zum Schluss gilt der Dank der Scuderia aus der Südstadt sowie den vielen Helfer:innen, die das Poller Wiesen Crit 2025 auf die Beine gestellt haben.

Credits: Simon Lülsdorf / Fotos: inthebreakcc / Holgers Radsportfotos

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